Michael Feil Architekten

DORFZENTRUM

 

Die Hofanlage des Wiesmerhofs wurde 1682 erstmals erwähnt. Ende der 1990er Jahre wurden alle Nebengebäude abgebrochen, so dass von der ursprünglich umschlossenen Hofanlage lediglich das ehemalige Wohnhaus und ein Torbogen erhalten war.

Unter Schonung der Bausubstanz wurde das bestehende Gebäude in verschiedene, voneinander getrennte Nutzungseinheiten – eine Tagespflege für bis zu 15 Besucher, einen Gemeinderaum und einen Jugendraum – umgebaut und in bestehende Raumstrukturen integriert.

Das Wohnstallhaus wurde um ein neues einfaches Gebäude ergänzt. Es besetzt die Stelle der ursprünglichen Remise, schließt an das bestehende Torfragment an und schafft zusammen mit dem bestehendem Stadel einen dreiseitig gefassten Hofraum, der für Feste genutzt werden kann und eine neue Dorfmitte definiert.

Die Umnutzung des Wiesmerhauses steht exemplarisch für die Kontinuität historischer Bauten, eine Kontinuität des Bestandes und eine Kontinuität der Veränderung. Der Umbau und die Instandsetzungsmaßnahmen bewegen sich so im Spannungsfeld zwischen Konservierung, der Pflege und dem Erhalt von Bestehendem, der Reparatur und der Wiederherstellung von Verlorenem, und der Schaffung von Neuem. Im Sinne des Weiterbauens wurde versucht, vorhandene Gestaltungsprinzipien weiterzuschreiben und bauliche Eingriffe und Instandsetzungsmaßnahmen sensibel und in Anlehnung an die bäuerliche Tradition einfach und pragmatisch umzusetzen.

 

PFARRHEIM MIT PFARRVERWALTUNG DUGGENDORF

 

Das Gebäude wurde 1785 als zweigeschossiger Rechteckbau mit Satteldach errichtet und ist Teil der ehemaligen Pfarrökonomie von Duggendorf.
Zur Anlage gehören ein barocker Stadel und weitere Nebengebäude des 19. und 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit einer das gesamte Ensemble umgebenden Umfassungsmauer bildet es mit der Pfarrkirche und dem ehem. Schul- und Mesnerhaus eine einprägsames ortsbildprägende Gebäudegruppe.

Aufgabe war es, das weitgehend ungenutzte Pfarrhaus umfassend instandzusetzen und so umzubauen, dass geeignete Räume für die Verwaltung und Gemeinschaftsräume der Pfarrei entstehen.
Besondere Herausforderung war, bauzeitliche Ausstattungselemente wie die Türen und die barocke Treppenanlage zu erhalten und die notwendigen Räumlichkeiten innerhalb der Gebäudestruktur mit geringen Eingriffen in den Bestand des Denkmals zu schaffen.

So konnten durch die Instandsetzung nicht nur die Konstruktion des Gebäudes ertüchtigt, sondern durch ein sensibles Umbaukonzept alte Oberflächen wieder aufgedeckt und im Sinne eines Weiterbauens zeitgemäße Lösungen für die neuen Nutzungsanforderungen gefunden werden.

PFARRKIRCHE ST. MICHAEL 

 
Die Pfarrkirche St. Michael in Steinach wurde bis zur aktuellen Neugestaltung ganz wesentlich von ihren deutlich erkennbaren Umbauphasen geprägt.
Mit der Erweiterung der Kirche in den Jahren 1955/56 wurde der Chorraum abgebrochen und der spätgotische Krichenbau mit seiner barocken Ausstattung um einen neuen, in seinem Volumen deutlich größeren Anbau mit fast quadratischen Inennraum und einspringendem Altarraum erweitert. Spätestens mit der Erneuerung der Deckenverkleidung und des Bodenbelags, dem Entfernen der Altäre und einer neuen Gestaltung der Prinzipalia in Jahren 1972/73 verliert der Kircheninnenraum deutlich an Qualität. 
Unser Entwurf versucht, die Trennung der beiden Kirchenräume möglichst aufzulösen und durch verschiedene bauliche Maßnahmen die einzelnen Räume miteinander zu verbinden. 
An Stelle der vier Gestühlsblöcke wird ein einheitlicher und geschlossener Gestühlsblock als Großform in den Raum eingefügt. Die liturgischen Orte werden neu im Kirchenraum positioniert. Mit dem Abbruch der Empore wird der in den Raum einspringende mittelalterliche Turm im Kirchenraum jetzt wieder erkennbar. Für eine neue Orgel konnte damit an einem raumakustisch optimalen Standort ein Platz mit der notwendigen Raumhöhe für eine Pfeifenorgel geschaffen werden. 
Alle neu eingefügten Bauteile – das Gestühl, die neue Deckenbekleidung und auch das zukünftige Orgelgehäuse – sind mit weiß lasierten Holzoberflächen gestaltet. Zusammen mit einem einheitlichen Bodenbelag – den bestehenden Kalksteinplatten im Altarraum und den neuen großformatigen Platten im Kirchenschiff – schaffen diese Ausstattungselemente nun die gewünschte Einheit zwischen Bestand und neuen Elementen. 
 
 
 
 
 

GEMEINDEZENTRUM BAD ABBACH

 

Das bestehende evangelische Gemeindezentrum mit Kirche und Gemeinderäumen wurde 1972 nach Plänen des Architekten Theodor Henzler als zweigeschossiger, satteldachgedeckter Baukörper errichtet. Zusammen mit einem später errichteten Kirchturm bildet es auf dem vorhandenen Hanggrundstück ein einprägsames Ensemble. 
 
Ziel der umgesetzten Planung war es, die Qualitäten des Bestands zu stärken und die Räume aufgrund der notwendigen baulichen Änderungen auch funktional neu zu ordnen.
Durch die Verlegung der Sakristei auf das Kirchenniveau konnte ein neuer separater Zugang für die Gemeinderäume von Norden geschaffen werden. Gemeinsam mit einer Aufzugsanlage und behindertengerechten Sanitärräumen ist das Gemeindezentrum nach dem Umbau nun barrierefrei.
Nach außen zeigen sich die baulichen Änderungen der Nutzung durch den Abbruch des Anbaus und die nun klaren, eindeutigen Zugangssituationen.
 
Im Sinne einer Interpretation des Bestands wurden vorhandene Gestaltungsprinzipien übernommen und bauliche Eingriffe und Modernisierungsmaßnahmen in Anlehung an die ursprüngliche Entwurfsidee weiterentwickelt.
Die Innenräume sind durch ein einheitliches, reduziertes Farb- und Materialkonzept geprägt. Frühere Ausstattungselemente wurden integriert und durch eine neue, einfache Möblierung ergänzt. 

KINDERGARTEN KEILBERG

 

Der ursprünglich zweigruppige Kindergarten im Regensburger Stadtteil Keilberg wurde 1960 errichtet und 1994 mit einem Anbau um einen dritten Gruppenraum und einen Mehrzweckraum erweitert.
Durch die Hanglage sind im Untergeschoss zusätzlich ein einseitig belichteter Pfarrsaal sowie ein Gruppenraum mit Küche, Abstellraum und WC-Anlagen eingebaut, im Obergeschoß sind die ursprünglich als Schwesternwohnungen genutzten Räume als Hausmeisterwohnung umgebaut.
Ziel der Maßnahme war eine Modernisierung bzw. der Umbau des Kindergartens. Defizite bestanden hinsichtlich Brandschutz und den sanitären Einrichtungen.
Durch die Reduzierung des Bedarfs auf nur noch zwei Gruppen konnte der Grundriss neu strukturiert werden und bisher fehlende Räume wie ein Personalraum und Intensivräume nachgewiesen werden.
Mit dem Umbau konnten sowohl konstruktive und energetische Verbesserungen erzielt wie auch, neben der gesamten Erneuerung der technischen Einbauten, eine einheitliche Gestaltung des sehr heterogenen Bestands umgesetzt werden.
Das Farb- und Materialkonzept beschränkt sich im Wesentlichen auf die Idee, durch ein beidseits kräftig farbig gestaltetes Wandmöbel, das die gesamte Gebäudelänge einnimmt und Garderoben, Zugänge zu den Gruppenräumen, Schränke und Spielmöbel integriert, ein starkes „Rückgrat“ auszubilden. Dieses Möbel schafft es, die vielfältigen Anforderungen der Nutzung in ein einheitliches Gestaltungsprinzip zu integrieren. Die übrigen Räume und Ausstattungselemente nehmen sich bewusst zurück und wurden durchgängig in weißen Oberflächen ausgebildet.
Sie bilden den Hintergrund für die Aneignung der Räume durch die Kinder.
Die Modernisierung der Kindergartenräume bildet den ersten Bauabschnitt. In den nächsten Jahren sollen schrittweise die pfarrlichen Räume im Untergeschoss und die Wohnung im Obergeschoss instandgesetzt werden.