Michael Feil Architekten

Ort Regensburg
Bauherr Bischöfliche Administration
Planung 2017
Realisierungswettbewerb 3. Preis
in Zusammenarbeit mit
Landschaftsarchitekt Stefan J. Hierl, München

STADTVILLEN WITTELSBACHERSTRASSE, REGENSBURG

 

An der Nahtstelle zwischen dem englischen Landschaftsgarten um das Dörnbergpalais und der Fürst-Anselm-Allee liegt das zu bebauende Grundstück. Die um 1860 südwestlich der Regens- burger Altstadt errichteten Villen sollen um weitere Wohngebäude entlang der Wittelsbacher Straße ergänzt werden.

In selbstverständlicher Weise versucht der Entwurf nach Abbruch der bestehenden Bebauung einen Lückenschluss zwischen der nördlich gelegenen Reihe historistischer Einzelvillen und der dominierenden mehrflügeligen Anlage eines Wohn- und Geschäftshauses im Süden des Bau- grundstücks.

Wie die vorhandene Bebauung, sind die beiden neuen Baukörper auf den Verlauf der Wittels- bacher Straße hin ausgerichtet. Sie reagieren in ihrer Gebäudehöhe und -tiefe auf die prägende Reihe traufständiger Einzelhäuser. Analog des historischen Bestands werden diese beiden ‚Stadthäuser‘ um drei ‚Gartenhäuser‘ im rückwärtigen, westlichen Teil ergänzt. In ihrer Maßstäblich- keit und Richtung knüpfen sie an den Bestand an und folgen in ihrer Positionierung den locker eingestreuten Einzelhäusern zwischen straßenbegleitender Bebauung und grüner Parkkulisse. Die Baukörper selbst staffeln sich in ihrer Höhenentwicklung.

Der Entwurfsidee folgend werden für die Stadthäuser und die Gartenhäuser unterschiedliche Gebäudetypologien entwickelt. Entsprechend den Anforderungen des Auslobers kann so die angestrebte Mischung unterschiedlicher Wohnungsgrößen und Wohnformen erreicht werden. Die Fassaden beider Gebäudetypen gleichen sich in ihrer Konstruktion, unterscheiden sich je- doch in Oberfläche, Material, Farbigkeit und auch ihrer Detailausbildung.

Die Fassadengestaltung der Stadthäuser orientiert sich dabei an der Reihe der historistischen Villen mit ihren plastisch ausgebildeten Fassaden. Im Sinne eines Weiterbauens werden hier die horizontalen Fassadengliederungen durch Versprünge in den einzelnen Geschossen weitergeführt und die Öffnungen in ihrer Größe und Proportion wieder aufgegriffen. Die Gestaltung der Gartenhäuser unterscheidet sich dazu. Zwar schaffen die geputzten Fassaden und die metallge- deckten Walmdächer eine Einheitlichkeit, doch reagieren die drei Gebäude durch die Fensteröffnungen und die Gestaltung der Fassaden auf ihre Lage im Grünen und die direkt zugeordneten Privatgärten. Die beiden Gartenfassaden erhalten eine über die gesamte Höhe angebrachtes Holzspalier, das auf diese Weise den Bezug zum Garten verdeutlicht. Durch die verschiedene Ausrichtung der drei Baukörper entsteht so ein abwechslungsreiches Fassadenspiel.