Michael Feil Architekten

Ort München
Bauherr Alpines Museum
des Deutschen Alpenvereins e.V.
Planung 2016
Ideenwettbewerb, 1. Preis
in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt Stefan J. Hierl, München

ALPINES MUSEUM, MÜNCHEN

 

Die Besonderheit des Ortes, die Lage des Hauses zwischen Stadt und Naturraum, zwischen Land und Wasser, ist das Charakteristikum des Alpinen Museums. Eine neuer zentraler Eingang von Westen schafft nun einen klar erkennbaren Zugang zum Museum. Durch eine Vergrößerung des Vorplatzes mit einem in die Isar auskragenden Museumsbalkon könnte die Präsenz des Museumsgebäudes weiter verbessern.

Ganz selbstverständlich wird das Alpine Museum durch das Zusammenführen der bisherigen verschiedenen Eingänge und die Verlegung zum Straßenraum hin zukünftig als öffentliches Gebäude wahrgenommen. Ganz einfach wird durch diese neue Achse zwischen Stadt und Museumsgarten die Funktion des Hauses erklärt. Markant prägt der vorspringende Sockel aus Nagelfluh das bestehende Gebäude. In ähnlicher Weise wird das neu hinzugefügte Eingangselement gestaltet - aus Beton mit Zuschlägen verschiedenster Gesteinsarten des Alpenraums. Das Material setzt sich im Belag des Eingangsbereichs über das Foyer über den Museumsshop bis zu den neu gestalteten Gartenterrassen fort. Als steinernes Band verbindet es die zentralen öffentlichen Bereiche des Museums, die Stadt und die Natur.

Eine Analyse der Baugeschichte und des Bestands zeigt, dass die ursprünglich klare und schlüssige Grundrissorganisation vor allem durch bauliche Änderungen nach dem Wiederaufbau ab den 1960er Jahren schrittweise verloren ging.

Die vorgeschlagene Neuordnung verstehen wir als Reparatur. Es zeigt sich, dass das Ziel einer einfachen Organisation des Hauses durch die Wiederherstellung der ursprünglichen Erschließung und einer eindeutigen Verteilung der Funktionsorte auf den verschiedenen Ebenen des Gebäudes erreicht werden kann. Eingriffe in die Bausubstanz beschränken sich neben der Herstellung einer neuen Eingangssituation und eines neuen Treppenhauses mit Aufzug auf den Rückbau der Einbauten der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im Erdgeschoss befinden sich mit dem Café, einem Museumsshop und Flächen für Sonderausstellungen die stark frequentierten öffentlichen Bereiche. Erschlossen werden die einzelnen Bereiche über ein zentrales Foyer und den neuen Eingangsbereich. Im Obergeschoss befinden sich die Dauerausstellung des Museums, die Bibliothek und zwei Seminarräume, die für große Veranstaltungen zusammengeschlossen werden können. Durch geringe bauliche Veränderungen sind hier verschiedene flexible Nutzungen denkbar.Im Zwischengeschoss befindet sich der Verwaltungsbereich von Museum, Bibliothek und Archiv mit den entsprechenden Nebenräumen.