Michael Feil Architekten
nur Menü Projekte öffnen: nicht Projekt öffnen

Ort Berlin
Bauherr Erzbistum Berlin
Planung 2013
Offener Realisierungswettbewerb, 2. Rundgang
Arbeitsgemeinschaft mit Franz Steinberger, München

NEUGESTALTUNG ST. HEDWIGS-KATHEDRALE, BERLIN

Die St. Hedwigs-Kathedrale war die erste katholische Kirche Berlins nach der Reformation und wurde während der Regentschaft Friedrich des Großen nach Plänen des Hofarchitekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff in den Jahren 1747 - 1773 errichtet. Die endgültige Fertigstellung erfolgte im Jahre 1887 durch den Architekten Max Hasak. Im Jahre 1930 wurde die Hedwigskirche Bischofskirche und es erfolgten umfassenden Umbaumaßnahmen durch den österreichischen Architekten Clemens Holzmeister. Am 1. März 1943 wurde das Bauwerk durch Bombenangriffe bis auf die Außenmauern zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte von 1952 - 1963 nach den Plänen des Architekten Hans Schwipper.

Durch die große zentrale Bodenöffnung zur Unterkirche, die im Zuge des Wiederaufbaus geschaffen wurde, ist die Mitte des Gebäudes und somit die ursprüngliche Konzeption des Kirchenbaus zerstört. Der vorgegebenen Raumgeometrie folgend versammelt sich die Gemeinde ringförmig um die bestehende Altarinsel, welche als „exzentrische Mitte“ das Zentrum der liturgischen Handlungen bildet. Der Chor wird als Teil der Feiergemeinde seitlich der Altarinsel angeordnet. Die Marienverehrung erhält neben den zentralen liturgischen Orten seitlich der Altarinsel eine besondere Bedeutung. Der Kirchenraum erhält eine schlichte, helle Fassung, so dass eine einheitliche und zugleich angemessen festliche Raumwirkung entsteht.

Die Unterkirche wird vom Hauptkirchenraum über zwei breite Treppen erschlossen. Das ringförmig angeordnete Gestühl öffnet sich zum Altar und Ambo und umschließt eine vertieft stehende Taufschale in der Mitte des Raums. Der Initialritus der Taufe wird durch einen Lichtstrahl beleuchtet, der über eine kleine Deckenöffnung aus dem Zenitlicht der Kuppel einfällt.
Der 1974 errichtete Erweiterungsbau entlang der Hedwigskirchengasse wird abgebrochen. Der historische Gebäudeteil wird umgebaut und saniert sowie durch einen Neubau erweitert. Beide Gebäudeteile sind als Einheit mit einer offenen Struktur konzipiert. Im Erdgeschoss befindet sich im historischen Teil das Domforum - im Neubau ein Cafe. Die Obergeschosse könnten für Verwaltung sowie für Seminare und Veranstaltungen genutzt werden.

Zwischen Kathedrale und Lichtenberghaus spannt sich der neue Domplatz auf, der der inhaltlichen und städtebaulichen Bedeutung des Ortes gerecht wird. Ein öffentlicher Platz und Veranstaltungsort; - der Mittelpunkt des Erzbistums Berlin.