Michael Feil Architekten

PFARRKIRCHE ST. GEORG

 

Ab 1770 wurde die Kirche St. Georg unter Fürstabt Frobenius Forster errichtet. Ihre größte Veränderung erfuhr die Kirche 1949 als sie nach Westen und Norden erweitert wurde.

Seit 2010 wird die Kirche in mehreren Bauabschnitten instandgesetzt. Neben einer Reparatur des Dachtragwerks wurde die ursprüngliche Farbigkeit der Kirche wieder hergestellt. Der aufgelassene Friedhof erhält eine dem Ort angemessene, zurückhaltende Neugestaltung.

Die Maßnahmen umfassten die statische Ertüchtigung und Instandsetzung des Dachtragwerks, der Turmebenen, des Turmhelms und der Fundamente und der Renovierung der Fassaden.
Zusätzlich sollten die Außenanlagen neu gestaltet werden und Putz und Anstriche der Kirchhofmauer erneuert werden.

Eine Befunduntersuchung früherer Farbigkeiten des Kirchenbaus zeigte eine andere Verteilung und Gliederung der Fassaden. Der Bauherr entschied sich für eine Farbgestaltung entsprechend der barocken Bauphase mit grünen Rücklagenflächen und weiß abgesetzten Lisenen, Gesimsen und Faschen.

Mit der Neugestaltung der Außenanlagen und eines neuen barrierefreien Zugangs an der Nordseite der Kirche wurde der erste Bauabschnitt der Instandsetzung der Pfarrkirche fertiggestellt. Im Zuge der anschließenden Innenrenovierung sollen neue liturgische Orte geschaffen und das nördliche Seitenschiff neu gestaltet werden.

 

BEINHAUS ST. KASSIAN

 

Das über sechseckigem Grundriss errichtete ehemalige Beinhaus des Friedhofs von St. Kassian, südlich der Alten Kapelle gelegen, wird auf 1477 datiert. Nach der Friedhofsnutzung wurde das Gebäude im 19. Jahrhundert zur Kapelle umgestaltet, 1906 erfolgte die letzte Renovierung. Akute statische Probleme machten eine umfassende Instandsetzung des Gebäudes, das über Jahre nur noch als Lagerraum genutzt wurde, notwendig.

Die Maßnahmen umfassten die Sicherung der Gewölbekonstruktion, statische Sicherungsmaßnahmen, die Restaurierung der Natursteinfassaden, die Konservierung und teilweise Erneuerung der Putzoberflächen und die Restaurierung der noch vorhandenen Epitaphe.

An Stelle des flach gedeckten Pultdaches, eine Konstruktion des 20. Jahrhunderts, wurde auf dem unregelmäßigem Grundriss ein Zeltdach errichtet, so dass das Beinhaus wieder im Straßenraum erkennbar ist.

Das ehemalige Beinhaus wird zukünftig als Lapidarium, als Lagerstätte für Epitaphfragmente und Steinskulpturen, genutzt.

Im Zuge der Arbeiten entschied sich das Stiftskapitel der Alten Kapelle für den Abbruch bestehender Garagen, die Errichtung von überdachten Stellplätzen und die Neugestaltung des Innenhofs.
Eine filigrane Metallkonstruktion entlang des Kreuzgangs ersetzt die Garabenanbauten und läßt die Größe des umfriedeten Innenhofs wieder erkennen. Die Belagswechsel im Pflaster markieren den Verlauf des früheren Friedhofsbezirks.

 

 

BISCHÖFLICHES BAUREFERAT

 

1963 erfolgte der Neubau eines Bankgebäudes auf dem Grundstück des Konvents der Karmeliten am Alten Kornmarkt im Zentrum der Regensburger Altstadt.

Die letzte prägende Gestaltung erhielt der Innenraum der Bankfiliale im Jahr 1991 im Rahmen eines Eigentümerwechsels. Nach Jahren des Leerstands sollten drei der fünf Geschosse des Geschäftshauses für die Bauabteilung der Diözese Regensburg umgebaut werden.

Die Einbauten wie Tresorraum, gläserne Beratungszellen oder die frei in die ehemalige Schalterhalle eingestellten Wandscheiben sollten erhalten, die Oberflächen und Materialien jedoch der neuen Nutzung als Verwaltungsgebäude angepasst werden. Sämtliche Verkleidungen werden im Sinne einer vollständigen Transformation der Räume abgenommen und wo notwendig erneuert.

Die Räume werden geprägt durch ein einheitliches, reduziertes Farb- und Materialkonzept:
Freigelegte, weiß getünchte Betondecken, weiße geputzte Wandflächen, hell lasierte Holzverkleidungen, dunkler gewebter Teppichboden. Die Räume selbst werden durch eine neue, einheitlich in weiß gehaltene Möblierung zoniert.
Nach Außen zeigt sich die Änderung der Nutzung lediglich im Erdgeschoss durch den neu gestalteten Eingangsbereich und neue Fensterelemente.

 

FRIEDHOFSKIRCHE ST. MARTIN

 

Außerhab der Ortschaft Schönach, unmittelbar an der historischen Heerstraße zwischen Regensburg und Passau liegt die ehemalige Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Martin.

Die Reste eines romanischen Baus haben sich noch in der östlichen Stirnwand des Langhauses erhalten, der Chor und Turmunterbau wurden in der Gotik errichtet und der Innenraum mit einem umfangreichen Freskenzyklus geschmückt. Im 17. und 18. Jahrhundert erfolgte schrittweise die Barockisierung der Kirche mit der Errichtung eines vierjochigen tonnengewölbten neuen Langhauses, einer Erhöhung des Turmes mit barocker Zwiebelhaube und der Ausgestaltung der Kirche mit einer aufwändig ausgemalten frühklassizistischen Raumschale und Altären mit Kanzel im Stil des Rokoko.

Mit dem Bau einer neuen Pfarrkirche in der Ortsmitte ab 1921 erfolgte dann im 20. Jahrhundert mit dem Abbau und Verkauf der Ausstattung der schleichende Niedergang der damit funktionslos gewordenen Kirche. Nach einem unvollendeten Instandsetzungversuch und Jahrzehnten des Leerstands erfolgten ab 2008 eine erste Notsicherungen und ab 2011 eine umfassende Instandsetzung der alten Pfarrkirche. Im November 2015 konnte St. Martin wiedereröffnet werden und wird seitdem als Friedhofskirche genutzt.

Ohne die Kenntnis der so einzigartigen Bau- und Restaurierungsgeschichte ist die heutige Gestalt der Martinskirche in Schönach nicht zu verstehen. Das Konzept versuchte, die Geschichtlichkeit des Bauwerks in seiner Vielschichtigkeit und mit allen Verletzungen spürbar zu erhalten und ebenso einen hohen ästhetischen Anspruch an eine (Neu)Gestaltung des Kirchenraums zu erfüllen. Die freigelegten gotischen Malereifragmente bilden den Blickpunkt des Kirchenraums. Wie ein Schattenbild wirkt die hergestellte Kontur des verlorenen barocken Hochaltares, die die Malerei begrenzt und damit die Baugeschichte von Gotik und Barock gleichzeitig zeigt. Eine feine textile Bespannung wurde zur optischen Beruhigung in die Gewölbe gehängt, so dass die Dominanz und Farbigkeit der durch Freilegungen stark gestörten Deckenbilder zurückgenommen ist.

Die am nördlichen Seitenaltar aufgestellte Madonna mit Kind ist neben den sehr qualitätvollen Epitaphen aus der Zeit um 1600 der Familie von Nothaft das einzige erhaltene Ausstattungsstück der Martinskirche. Mit der sehr zurückhaltenden neuen Ausstattung, die sich auf das für die Feier der Liturgie Notwendige beschränkt, entsteht ein neuer sakraler Ort, der an seine Geschichte anknüpft, den historischen Bestand respektiert und doch eine eigenständige Lösung sucht.

 

 

PFARRKIRCHE ST. PETER UND PAUL

 

Die im Jahr 1729 errichtete und 1886/87 erweiterte Pfarrkirche St. Peter und Paul in Ergoldsbach erfuhr über die Jahrhunderte zahlreiche bauliche Veränderungen. Nach der Erweiterung und Neugestaltung im 19. Jahrhundert wurden 1966 sämtliche Altäre und Ausstattungsteile aus dem Kirchenraum entfernt und neu gestaltet.

Bei der Innenrenovierung wurden die Prinzipalstücke teilweise neu gestaltet und neu angeordnet.
Carrara Mamor und Tombak dominieren materialtechnisch die Gestaltung im Altarraum. Prägend für den sakralen Raum sind die beiden neuen farbigen Ostfenster. So erhält der Altarraum eine hervorgehobene Bedeutung und hüllt den gesamten Raum in ein warmes, hellgelbes Licht.

Die Seitenaltäre wurden versetzt. Im Norden wurde mit der gotischen Pieta und dem ehemaligen Altarbild ‚Maria Immaculata‘ der Ort der Marienverehrung neu gestaltet.

Im südlichen Querhaus konnte ein neuer Taufstein aufgestellt werden. Mit den Heiligen Ölen, die in einem Behältnis auf der Altarplatte stehen, und einem neuen Osterleuchter wurde der Taufort neu gestaltet.

Durch eine farbliche Anpassung der Gestühle konnte ein einheitliches, ganz selbstverständliches Erscheinungsbild erreicht werden.

Für den neugestalteten Beichtraum und ein notwendiges Stuhllager wurden beidseits des Hauptzugangs zwei Räume wie Möbel unter der Empore eingestellt. Die holzverkleideten Wände nehmen Auslage und Infowand auf und integrieren den bestehenden Treppenaufgang. Zusammen mit einer Überarbeitung des Turmgeschosses konnte der gesamte Eingangsbereich neu gestaltet werden.

Mit der Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Peter und Paul konnte eine einheitliche, durchgängige Gestaltung umgesetzt werden. Die liturgischen Orte haben nun jeweils einen eindeutigen Platz im Kirchenraum und tragen mit ihrer Gestaltung dazu bei, dass der Innenraum den heutigen Anforderungen gerecht wird und viele Möglichkeiten einer liturgischen Nutzung zulässt.