Michael Feil Architekten

STIFTSKIRCHE ST. KASSIAN


Das Alter der Stiftspfarrkirche St. Kassian war zu Beginn der Voruntersuchungen 2010 augenscheinlich zu spüren. Nach der Verbesserung der Gründung der Kirche, einer umfassenden Reparatur des Dachtragwerks und einer Fassadenrenovierung sollte in einem zweiten Bauabschnitt der Innenraum mit seiner gesamten Ausstattung renoviert werden. Ein Blick in die Renovierungsgeschichte von St. Kassian zeigt, dass oft ein schlechter Bauzustand oder auch die Anpassung an den Zeitgeschmack große bauliche Veränderungen oder Umgestaltungen der Kirche auslösten. Es konnte ein differenziertes Restaurierungskonzept für den Innenraum und seine Ausstattung, ein Spagat zwischen Bewahren und Verändern, erarbeitet und ab 2012 umgesetzt werden. Neben der Neugestaltung der liturgischen Ausstattung erhielt das vielverehrte Andachtsbild der Fatimamdonna erhielt mit einer vergoldeten Rückwand einen eigenen intimen Ort, der zur stillen Andacht einlädt.

Der im 19. Jahrhundert für den gotischen Kassiansschrein geschaffenen Steinaltar wurde gegenüber des wiedergeöffneten Nordportals im Südschiff der Kirche aufgestellt, so dass der Kassiansaltar an zentraler Stelle einen neuen Platz fand. Mit der Wiederaufstellung aller vier erhaltenen barocken Beichtstühle und der Neuhängung der Kreuzwegstationen konnten damit die Seitenschiffe neu geordnet werden.

Ein neuer Beichtort, geeignet zur anonymen Beichte und für Beichtgespräche, füllt als eingestelltes Möbel den Durchgang zwischen Andachtsraum und dem nördlichen Seitenschiff. Weitere Räumlichkeiten konnten durch den Ersatzbau eines Nebengebäudes geschaffen werden, der über einen neuen Durchbruch von der Sakristei über einen neu gestalteten Innenhof erschlossen wird. Auch die sogenannte „Kleine Sakristei“ mit dem gotischen Rippengewölbe erhielt ihre Nutzung wieder zurück. Hier wird das vorhandene wertvolle liturgische Gerät aufbewahrt und kann damit als Schatzkammer bei Kirchenführungen den Besuchern präsentiert werden.

Vieles der Inneninstandsetzung soll selbstverständlich wirken. Der Besucher soll trotz aller Verluste und Veränderungen den Kirchenraum als Einheit begreifen und seine Besonderheit als gewachsenes und sich veränderndes Kunstwerk schätzen.

Vor allem aber soll St. Kassian weiter ein Ort des Gottesdienstes und der stillen Einkehr sein.

 

 

WOHNHÄUSER BÄCKERGASSE

 

Im Jahr 1783 wurde das Wohnhaus im Ortsteil Steinweg auf mittelalterlichen Kellergewölben errichtet. Das Handwerkerhaus erfuhr seit dieser Zeit zahlreiche Veränderungen.

Um 1900 wurde zur Vergrößerung des Wohnraums ein weiteres Wohnhaus errichtet, spätestens ab den 1950er Jahren dann Um- und Einbauten vorgenommen, die die Struktur und Grundrissorganisation des Hauses stark veränderten. Vor dem Umbau war die ursprüngliche Qualität des Hauses, die sich durch Baudetails wie die Treppenanlage mit Rokokoelementen, die vorhandenen aufwendingen farbigen Wandgestaltungen oder die Natursteingewände zeigt, kaum noch erkennbar.

Ziel war es, mit dem Umbau beider Häuser durch eine klare Grundrissorganisation eine Aufteilung in verschiedene Wohnungen zu schaffen.

Im Sinne einer Reparatur wurden alte Oberflächen wieder hergestellt, neue Elemente nach historischen Vorbildern ergänzt und die vorgefundene Raumstruktur um eingestellte Möbel erweitert.

In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege konnten so hochwertige und individuelle Eigentumswohnungen geschaffen werden.