Michael Feil Architekten
Maßnahme Innen- und Außeninstandsetzung
Standort Walhallastraße 10
93093 Donaustauf
Bauherr Pfarrkirchenstiftung St. Michael
Planung 02/2013 - 10/2014
Ausführung 10/2014 - 10/2017
Bruttogrundfläche 280 m2 (Kirche)
Bruttogrundfläche 12 m2 (Kapelle)
Gesamtkosten 2.002.000 €
Leistungsphasen HOAI, Lph. 1-9
Fotos Elvir Tabakovic, Can. Reg., Paring
Michael Feil, Regensburg

ST. SALVATOR, DONAUSTAUF

 
Wunsch der Pfarrei war eine bessere Nutzung der Nebenkirche St. Salvator, wenn möglich eine Wiederbelebung der Wallfahrt. Da man in den 1970er Jahren das Konzept einer Ausstellungskirche verfolgte, wurde das bestehende Gestühl ausgebaut und durch eine flexible Bestuhlung ersetzt. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden ebenfalls gotischen Fresken freigelegt, um die vergangenen Zeitschichten sichtbar zu machen.
Zielsetzung der neuen Maßnahme war es, den historisch wertvollen Bestand zu restaurieren, frühere unsachgemäße Reparaturen zurückzubauen und den Anliegen der Pfarrei gerecht zu werden.
Um ein einheitliches sowie stimmiges Gesamtbild zu erhalten, wurden sehr sensible Eingriffe vorgenommen. Unter anderem wurde in die Kirche ein Gestühl neu eingebaut. Des Weiteren wurde die durch Umwelteinflüsse stark beschädigte Stufenanlage wiederhergestellt, um eine sichere Zugänglichkeit der Kirche zu gewährleisten.
 

KLENZE UND ST. SALVATOR

 
Die Wallfahrtskirche St. Salvator in Donaustauf ist einer der bedeutendsten in mittelalterlichen Anleihen gestaltete Kirchenbau Klenzes.
Die Umgestaltung der damals barocken Wallfahrtskirche fasste er mit der Planung der benachbarten Walhalla ins Auge. Auf einem frühen Aquarell des Bräuberges stellt er die Kirche als monumentales, abendländlisch-christliches Pendant im „byzantinischen Stil“ zur im Hintergrund befindlichen Walhalla, ein Sinnbild des erneurten antiken Ideals, dar. Durch einen zum Tempelbau angelegte Pfad, der an der Wallfahrtskirche vorbeiführt, agiert St. Salvator in Klenzes Entwurfs zugleich als eine Art Propylon.
Die geplanten Maßnahmen enthielten neben den innenarchitektonischen Änderungen vor allem die äußere Gestalt der Kirche. Durch das Ersetzen der Zwiebelhaube mit einem achteckigen Spitzhelm, sowie einer geringfügigen Erhöhung des Turms wurde der Bau optisch gestreckt und verlor seinen gedrungen Charakter. Um einen „byzantinischen“ Charakter zu erzielen, in der heutigen Begrifflichkeit romanisch, ließ der Architekt die Fensteröffnungen verkleinern und eine für den Stil typische Ornamentik mit Rundbogenfriesen und flachen Lisenen anbringen.
Mit der Rückführung zum ehemals „byzantinischen“ Stil der Wallfahrtskirche, hielt Klenze an seinem griechischen Leitbildes fest, indem er die romanische Architektur in der Antike verankert: „Es bilden aber diese horizontalen Gliederungen und Dispositionen der romanischen Bauwerke einen wesentlichen Anknüpfungspunkt derselben an das Wesen der klassischen Architektur und unterscheiden dieselbe [...] in günstiger und ächtchristlicher Weise von den späteren himmelanstrebenden Exzentrizitäten des Spitzbogenstyls.“