Michael Feil Architekten
Maßnahme Innenrenovierung
mit Altarraumgestaltung
Standort Wolframstraße 1
93051 Regensburg-Ziegetsdorf
Bauherr Katholisches Pfarramt St. Josef
Planung 02/2016 - 05/2017
Ausführung 05/2017 - 12/2017
Bruttogrundfläche 560 m²
Kosten 950.000 €
Künstler Lutzenberger & Lutzenberger, Bad Wörishofen
Fotos Elvir Tabakovic, Can. Reg., Paring
Michael Feil, Regensburg

PFARRKIRCHE ST. JOSEF

 
In den Jahren 1931/32 nach den Plänen des Münchener Architekten Georg Berlinger erbaut, wurde die Kirche St. Josef 1956 durch Friedrich Haindl nach Westen hin erweitert, der Chor räumlich vom Langschiff abgetrennt und im Westen ein neuer Chor zusammen mit einer Sakristei errichtet.
Ziel der Umgestaltung war es nun, neben einer künstlerischen Neugestaltung der liturgischen Orte, die Qualitäten des Kirchenraums zu stärken, neue Elemente sensibel in den Bestand einzubinden und weite Teile der bestehenden Ausstattung wieder zu verwenden. Die wesentliche Prägung der Kirche durch die Umgestaltungsphase von 1956 sollte in der Konzeption der Innenrenovierung aufgegriffen und im Duktus zeitgemäß weitergeführt werden.
Da das dreistufige Altarpodest die Bewegungsfreiheit im Altarraum stark einschränkte wurde es zurückgebaut. Zur weiteren Vergrößerung der Fläche wurde die Stufenanlage bis zum Chor-
bogen vorgezogen. Zusätzlich wurde die dem Chor vorgelagerte Podeststufe weiter in das Kirchenschiff gezogen. Die Stufenanlage wirkt nach der Neugestaltung trotz der Anzahl ihrer Stufen sehr selbstverständlich. Wie bereits im Bestand wurden der Altarraum und die Stufenanlage mit Jurakalkstein belegt, so dass sich der Chorraum vom Solnhofer Belag des Kirchenschiffes abhebt.
Die Besonderheit der Pfarrkirche in Ziegetsdorf liegt in der Lichtführung des Altarraumes.
Dadurch, dass der hohe Altarraum seitlich belichtet ist, ohne dass man die Fenster vom Kirchenschiff aus sieht, entsteht eine Altarwand mit einem nach oben führenden Lichtspiel. Der Blick der Gläubigen wird so nach oben gelenkt, gleichsam ins Licht. Dieses Moment sollte im Vordergrund stehen, weshalb von einer farbigen Gestaltung der Altarwand abgesehen und das Augenmerk auf die Stärkung dieser Lichtwirkung gelegt wurde.