Michael Feil Architekten

SPITALKIRCHE ST. KATHARINA

 
Der Ursprung der Katharinenspitalkirche bildet der um 1220/30 als Mausoleum von Heinrich Zant errichtete sechseckige Zentralbau mit Rippengewölbe. Über Jahrhunderte veraäderte sich der Kirchenbau. Angebaut wurden Langhaus, Chor, Josephskapelle und Sakristei. Im 20. Jahrhundert wurde die einheitliche Gestaltung von Raumschale und Ausstattung aus den Jahren 1858/60 bzw. 1885 grundlegend verändert. Der Innenraum war bis zur aktuellen Neugestaltung wesentlich durch die Maßnahme der 1960er und 70er Jahre geprägt. Ziel der aktuellen Maßnahme ist es, ein schlüssiges und einheitliches Instandsetzungs- und Gestaltungskonzept umzusetzen, das sowohl der großen kunsthistorischen Bedeutung des Kirchenbaus wie auch den Anforderungen einer zeitgemäßen Liturgie Rechnung trägt. Die augenfälligste Veränderung des Innenraums ist die Wiederherstellung der Steinsichtigkeit der Architekturgliederungen. Weitere Schwerpunkte sind die Neugestaltung der liturgischen Orte, eine Neugestaltung des Gestühls, die Erneuerung des Bodenbelags und eine Restaurierung und Neupositionierung des historischen Ausstattungsbestands. Die nur noch teilweise erhaltenen Terrazzoplatten wurden durch neue Kalksteinplatten mit Fußbodenheizung ersetzt. Zusammen mit dem neuen Gestühl ist eine barrierefreie Nutzung der Kirche für die Altenheimbewohner möglich. Ergänzend dazu erhielt die Sakristei eine neue Ausstattung, für den gesamten Kirchenraum wurde ein neues, sehr zurückhaltendes Beleuchtungskonzept entwickelt.  Eine Instandsetzung, die eine zeitgemäße Haltung, einen Spagat zwischen Bewahren, Reparieren, Ergänzen und Verändern sucht; die mit modernen Verfahren und handwerklichen Methoden einfache, zurückhaltende und eigenständige Lösungen entwickelt, die den historischen Bestand respektieren und differenziert daran anknüpfen; die eine Stimmigkeit zwischen historischen und neuen Elementen, Materialien und Oberflächen sucht. Ein behutsames Einfügen. Ein bewusstes Ergänzen.
 
 
 
 

PFARRKIRCHE ST. JOSEF

 
In den Jahren 1931/32 nach den Plänen des Münchener Architekten Georg Berlinger erbaut, wurde die Kirche St. Josef 1956 durch Friedrich Haindl nach Westen hin erweitert, der Chor räumlich vom Langschiff abgetrennt und im Westen ein neuer Chor zusammen mit einer Sakristei errichtet.
Ziel der Umgestaltung war es nun, neben einer künstlerischen Neugestaltung der liturgischen Orte, die Qualitäten des Kirchenraums zu stärken, neue Elemente sensibel in den Bestand einzubinden und weite Teile der bestehenden Ausstattung wieder zu verwenden. Die wesentliche Prägung der Kirche durch die Umgestaltungsphase von 1956 sollte in der Konzeption der Innenrenovierung aufgegriffen und im Duktus zeitgemäß weitergeführt werden.
Da das dreistufige Altarpodest die Bewegungsfreiheit im Altarraum stark einschränkte wurde es zurückgebaut. Zur weiteren Vergrößerung der Fläche wurde die Stufenanlage bis zum Chor-
bogen vorgezogen. Zusätzlich wurde die dem Chor vorgelagerte Podeststufe weiter in das Kirchenschiff gezogen. Die Stufenanlage wirkt nach der Neugestaltung trotz der Anzahl ihrer Stufen sehr selbstverständlich. Wie bereits im Bestand wurden der Altarraum und die Stufenanlage mit Jurakalkstein belegt, so dass sich der Chorraum vom Solnhofer Belag des Kirchenschiffes abhebt.
Die Besonderheit der Pfarrkirche in Ziegetsdorf liegt in der Lichtführung des Altarraumes.
Dadurch, dass der hohe Altarraum seitlich belichtet ist, ohne dass man die Fenster vom Kirchenschiff aus sieht, entsteht eine Altarwand mit einem nach oben führenden Lichtspiel. Der Blick der Gläubigen wird so nach oben gelenkt, gleichsam ins Licht. Dieses Moment sollte im Vordergrund stehen, weshalb von einer farbigen Gestaltung der Altarwand abgesehen und das Augenmerk auf die Stärkung dieser Lichtwirkung gelegt wurde.
 
 

WOHNANLAGE FRIEDRICH-EBERT-STRASSE, REGENSBURG

 

Die im Jahr 1971 errichtete Wohnanlage mit 36 Wohneinheiten in Regensburg-Königswiesen
sollte instandgesetzt und modernisiert werden.

Durch eine energetische und bautechnische Betrachtung des Gebäudekomplexes und seiner
Bauteile konnte ein Konzept erarbeitet werden, das den Zustand und die Sanierungsmöglichkeiten
differenziert darstellt und bewertet.

Die dann erfolgten Arbeiten an den Dächern, den Fassaden und der Gebäudetechnik wurden
genutzt, um die ursprüngliche Architektur der drei in der Höhe und Tiefe hangabwärts gestaffelten
Baukörper zu stärken.

Vorspringende Balkone, Erker oder die neuen Eingänge wurden wie die Fensterleibungen farbig
abgesetzt, der Versatz der Baukörper durch eine umlaufende Fassadenbänderung deutlich gemacht.
Der sachlich-nüchterne Ausdruck der Architektur der 1970er Jahre wurde belassen, so dass der
individuell geprägten Nutzung der einzelnen Mieter eine einheitliche und eindeutige Gestaltung
gegenüber steht.

 

ST. SALVATOR, DONAUSTAUF

 
Wunsch der Pfarrei war eine bessere Nutzung der Nebenkirche St. Salvator, wenn möglich eine Wiederbelebung der Wallfahrt. Da man in den 1970er Jahren das Konzept einer Ausstellungskirche verfolgte, wurde das bestehende Gestühl ausgebaut und durch eine flexible Bestuhlung ersetzt. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden ebenfalls gotischen Fresken freigelegt, um die vergangenen Zeitschichten sichtbar zu machen.
Zielsetzung der neuen Maßnahme war es, den historisch wertvollen Bestand zu restaurieren, frühere unsachgemäße Reparaturen zurückzubauen und den Anliegen der Pfarrei gerecht zu werden.
Um ein einheitliches sowie stimmiges Gesamtbild zu erhalten, wurden sehr sensible Eingriffe vorgenommen. Unter anderem wurde in die Kirche ein Gestühl neu eingebaut. Des Weiteren wurde die durch Umwelteinflüsse stark beschädigte Stufenanlage wiederhergestellt, um eine sichere Zugänglichkeit der Kirche zu gewährleisten.
 

KLENZE UND ST. SALVATOR

 
Die Wallfahrtskirche St. Salvator in Donaustauf ist einer der bedeutendsten in mittelalterlichen Anleihen gestaltete Kirchenbau Klenzes.
Die Umgestaltung der damals barocken Wallfahrtskirche fasste er mit der Planung der benachbarten Walhalla ins Auge. Auf einem frühen Aquarell des Bräuberges stellt er die Kirche als monumentales, abendländlisch-christliches Pendant im „byzantinischen Stil“ zur im Hintergrund befindlichen Walhalla, ein Sinnbild des erneurten antiken Ideals, dar. Durch einen zum Tempelbau angelegte Pfad, der an der Wallfahrtskirche vorbeiführt, agiert St. Salvator in Klenzes Entwurfs zugleich als eine Art Propylon.
Die geplanten Maßnahmen enthielten neben den innenarchitektonischen Änderungen vor allem die äußere Gestalt der Kirche. Durch das Ersetzen der Zwiebelhaube mit einem achteckigen Spitzhelm, sowie einer geringfügigen Erhöhung des Turms wurde der Bau optisch gestreckt und verlor seinen gedrungen Charakter. Um einen „byzantinischen“ Charakter zu erzielen, in der heutigen Begrifflichkeit romanisch, ließ der Architekt die Fensteröffnungen verkleinern und eine für den Stil typische Ornamentik mit Rundbogenfriesen und flachen Lisenen anbringen.
Mit der Rückführung zum ehemals „byzantinischen“ Stil der Wallfahrtskirche, hielt Klenze an seinem griechischen Leitbildes fest, indem er die romanische Architektur in der Antike verankert: „Es bilden aber diese horizontalen Gliederungen und Dispositionen der romanischen Bauwerke einen wesentlichen Anknüpfungspunkt derselben an das Wesen der klassischen Architektur und unterscheiden dieselbe [...] in günstiger und ächtchristlicher Weise von den späteren himmelanstrebenden Exzentrizitäten des Spitzbogenstyls.“
 
 

ALTE SCHULE


Die Marktgemeinde Schierling beabsichtigte das ehemalige Schulhaus in Schierling zu sanieren und zur Nutzung für öffentliche Veranstaltungen und als Heimatmuseum in den Jahren 2010/2011 umzubauen.

Durch dendrochronologische Untersuchungen lassen sich Teile des Gebäudes auf 1607 datieren und durch entsprechende Archivalien eine Schulnutzung ab 1640 nachweisen. Somit handelt es sich bei dem Gebäude um die älteste bekannte Volksschule und ein Objekt von hoher denkmalpflegerischer Wertigkeit.

Beim Umbau des Bestands ist neben der Erhaltung und Sicherung der vorhandenen Bausubstanz eine konzeptionelle Herangehensweise geplant, die weder rein rekontruktiv noch distanziert arbeitet. Das durch die Nutzungsänderung Neue hat sich formal und materiell an den überkommenen Zustand anzupassen, ihn aber auch nicht zu imitieren.

Das Gebäude soll seine wechselvolle Geschichte bis in die Gegenwart zeigen und erzählen, aber nicht präsentieren. Ziel ist die Suche nach einer - neuen – Einheit.