Michael Feil Architekten

Maßnahme Abbruch und Neubau
des Leichenhauses Mariä Verkündigung
Standort Kirchstrasse 22
93105 Tegernheim
Bauherr Katholische Kirchenstiftung
Mariä Verkündung Tegernheim
Planung 01/2014 - 11/2014
Ausführung 05/2015 - 12/2015
Bruttogrundfläche 73,00 m²
Bruttorauminhalt 472,00 m³
Kosten 513.500,00 € (KG 300-600)
Leistungsphasen HOAI, Lph. 1-9
Fotos altrofoto, Uwe Moosburger, Regensburg

LEICHENHAUS TEGERNHEIM

 

An der Südostecke der bestehenden Kirch- und Friedhofsmauer aus dem 17./18. Jahrhundert

wurde 1947 ein neues Leichenhaus errichtet. Der Abbruch der direkt angebauten Nebengebäude
auf dem östlichen Nachbargrundstück provozierte Überlegungen der Kirchenverwaltung, das
bestehende Leichenhaus instandzusetzen bzw. den Bestand abzubrechen und ein neues Gebäude
zu errichten. Aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen entschied sich die Kirchenverwaltung für
einen Neubau, der sich in Gestalt an dem bestehenden Leichenhauses orientieren sollte.

Der geplante Neubau des Leichenhauses nimmt die Außenmaße und Proportionen des Bestands
wieder auf. Die markante Öffnung nach Norden über drei Arkadenbögen wird unter Verwendung
der bestehenden Granitsäulen wieder hergestellt. Der Baukörper sitzt nicht wie der Bestand an
Ost- und Südseite auf der Mauer auf, sondern rückt, selbstständig gegründet, bis an die Mauer
heran. Die Mauer selbst ist somit als umlaufende Umfriedung des Friedhofsbezirks ablesbar.

Die Organisation des Leichenhauses ändert sich vollständig gegenüber des Bestandes: Über
eine offene Vorhalle erstreckt sich im Anschluß der Aufbahrungsraum. Jeweils in den beiden
südlichen Ecken des Raumes werden die Nebenräume angeordnet. Neben der Belichtung von
Norden über eine große Verglasung zur Vorhalle erhellt ein schmaler hochrechteckiger Fensterschlitz
den Innenraum von Süden her. Als Verglasung wurde eine Alarbasterscheibe gewählt. Mit
dem neu gestalteten, davor aufgestellten Kreuz ist es Sinnbild für die Auferstehung.

Geprägt wird der Neubau von dem steilen, mit naturroten Biberschwanzziegel gedeckten Dach.
Als verputzter Baukörper greift das Leichenhaus die örtliche Bautradition auch mit der Ausbildung
einfacher Details wie dem aufgemauerten Ortgang wieder auf und fügt sich so selbstverständlich
in den Bestand ein.