Michael Feil Architekten
 

Fotoatelier

 
Nach dem Brand des im Jahr 2008 errichteten Fotoateliers, eines flachgedeckten Holzständerbaus, sollte nach dessen Rückbau auf der bestehenden Betonbodenplatte ein neues Ateliergebäude entstehen.
Aufgrund der Erfahrungen des Vorgängerbaus entschied sich der Bauherr für einen Massivbau. So sollten nicht nur die Wände in Ziegel errichtet werden, auch die Dachkonstruktion wurde massiv aus Betonfertigteilen erstellt.
 
Das Ateliergebäude ist ganz auf die speziellen Nutzungsanforderungen angepasst. DieVorgaben des Nutzers an einen hohen, zweigeschossigen Raum mit Galerie, offenen und geschlossenen Arbeitsräumen, großen Lagerflächen und kleinteiligen Nebenräumen konnte in dem vorgegebenen Umgriff entsprochen werden.
 
Das Gebäude versucht, sich gegenüber der heterogenen und teilweisen lautstarken Architektur der Umgebung – das Fotoatelier wurde in einem Gewerbegebiet errichtet – als krafvoller Körper zu behaupten. Die Kubatur ist ganz aus der Nutzung heraus entwickelt. Ein Oberlichtband nach Norden nimmt die gesamte Gebäudebreite ein und belichtet den zweigeschossigen Studiobereich. Die Fassaden sind weitgehend geschlossen. Sie öffnen sich lediglich nach Süden im Bereich des Eingangs und der Dachterrasse.
 
Der einfache und ruhige  Baukörper lebt vom Gegensatz zwischen Innen und Außen. Er verschließt sich, gibt wenig preis, wirkt durch seinen kräftigen, handwerklich aufgebrachten dunkel eingefärbten Putz fast abweisend. 
Im Kontrast dazu steht der helle und weite Innenraum. Unverkleidete, einfache Materialien beruhigen und bilden den Hintergrund für die künstlerische Arbeit im Studio. Weiß verputzte Wandflächen, graue Betonflächen von Decken und Böden, geölter Parkett in den Arbeitsbereichen.
 
Ein einfaches Gebäude, eine Hülle für die künstlerische Arbeit eines Fotografen.
 
 
 
 

EVANGELISCHES GEMEINDEHAUS SINZING

Auf dem knapp 1.500 Quadratmeter großen Grundstück sollte ein neues Gemeindehaus errichtet werden. Das in Nord-Süd-Richtung ausgerichtete Grundstück wird geprägt von alten Baumbestand im südlichen Bereich, dessen schmalen und langen Zuschnitt und der Hangkante im Norden zur Bruckdorfer Straße. Die benachbarte Bebauung ist zum großen Teil Wohnbebauung in entsprechender Heterogenität.

Der Baukörper wird auf dem Grundstück parallel zu den Grundstücksgrenzen an die nordseitige Baulinie als rechteckiger Baukörper positioniert. Damit nimmt er zur Straße die Gebäudeflucht der Nachbarbebauung und des abgebrochenen Vorgängerbaus wieder auf.

Mit einer markanten asymmetrischen Walmdachform mit einem Schwerpunkt zum Ortszentrum von Sinzing, versucht der Entwurf sowohl den öffentlichen Charakter als Gemeindehaus, als auch der Forderung der Gemeinde nach einem annähernd ähnlichen Bauvolumen des Vorgängerbaus Rechnung zu tragen.

Die Organisation des Grundrisses ist einfach und klar. Gemeindesaal, Gruppenraum und Besprechungszimmer sind als eine Raumzone nach Westen, die Teeküche und die Nebenräume als weitere Raumschicht nach Osten angeordnet. Dazwischen erstreckt sich ein breiter Flur in Nord-Süd-Richtung.

Mit dem einprägsamen Hochpunkt an der Nordwestecke und den beiden Einschnitten des Baukörpers zur Straße und zum Garten hin wird eine Fassadengestaltung vorgeschlagen, die eine große Öffnung zum Ort hin anstrebt. Die Dachform und die gesamte Höhe des Baukörpers wird nur im Gemeindesaal voll erlebbar. Alle übrigen Räume wie auch der Flur haben eine flache Decke.

Die Kirchengemeinde favorisierte für den Neubau des Gemeindehauses von Beginn an einen nachhaltigen, zukunftsorientierten ökologischen Ansatz, aus dem heraus die Konstruktion und die technische Ausstattung des Gebäudes entwickelt werden sollte.

Es wird vorgeschlagen, den Baukörper als gedämmte Massivholzkonstruktion zu errichten. Die unverkleidet bleibenden, weiß lasierten Holzoberflächen würden dabei alle Innenräume prägen.

Die verwendete Systematik stellt mit seiner Begrenzung auf wenige Grundbausteine und Baustoffe eine durchgängige Klarheit der Konstruktion her, die sich auf den gesamten Baukörper erstreckt. Das Materialkonzept beruht auf der Beschränkung auf möglichst natürliche, emissionsfreie bzw. emissionsarme Baustoffe.


WOHNHÄUSER

 

In Anlehnung an die frühere Nutzung und Bebauung mit hölzernen Kleinställen sind auf einem Grundstück mit zwei denkmalgeschützten Wohnhäusern aus den Jahren 1926/27 neue Wohnhäuser als Holzbauten geplant.

Die beiden neuen Gebäude nehmen sich bewusst in Gestaltung und Volumen mit den geplanten Flachdächern zurück und bleiben in ihrer Höhe unter den Mansarddächern der beiden Hauptgebäude an der Straße.

Die Organisation der neuen Wohnhäuser ist einfach. Jeweils zwei Wohnungen mit eigenen Eingängen befinden sich in einem Baukörper. Im Erdgeschoss sind die Wohnräume, im Obergeschoss die Individualräume in eindeutiger Ost-West-Richtung organisiert. Die Eingänge wie auch eine Balkonzone im Obergeschoss sind durch Rücksprünge bzw. Einschnitte in das Bauvolumen ausformuliert und gliedern den Baukörper. Die Gestaltung der Freiflächen erfolgt in Anlehnung an die frühere Nutzung als Obst- und Nutzgarten.

Die bestehenden Wohngebäude sollen in Abstimmung mit den Vertretern der Denkmalpflege renoviert, der Dachraum soll zusätzlich um Wohnraumerweitert werden.

Die gemeinschaftlichen Grünflächen des gesamten Grundstücks sind durch schmale Heckenstreifen entsprechend der ehemaligen Parzellenstruktur gegliedert und werden mit Obstbäumen bepflanzt.

 

 

LEICHENHAUS TEGERNHEIM

 

An der Südostecke der bestehenden Kirch- und Friedhofsmauer aus dem 17./18. Jahrhundert

wurde 1947 ein neues Leichenhaus errichtet. Der Abbruch der direkt angebauten Nebengebäude
auf dem östlichen Nachbargrundstück provozierte Überlegungen der Kirchenverwaltung, das
bestehende Leichenhaus instandzusetzen bzw. den Bestand abzubrechen und ein neues Gebäude
zu errichten. Aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen entschied sich die Kirchenverwaltung für
einen Neubau, der sich in Gestalt an dem bestehenden Leichenhauses orientieren sollte.

Der geplante Neubau des Leichenhauses nimmt die Außenmaße und Proportionen des Bestands
wieder auf. Die markante Öffnung nach Norden über drei Arkadenbögen wird unter Verwendung
der bestehenden Granitsäulen wieder hergestellt. Der Baukörper sitzt nicht wie der Bestand an
Ost- und Südseite auf der Mauer auf, sondern rückt, selbstständig gegründet, bis an die Mauer
heran. Die Mauer selbst ist somit als umlaufende Umfriedung des Friedhofsbezirks ablesbar.

Die Organisation des Leichenhauses ändert sich vollständig gegenüber des Bestandes: Über
eine offene Vorhalle erstreckt sich im Anschluß der Aufbahrungsraum. Jeweils in den beiden
südlichen Ecken des Raumes werden die Nebenräume angeordnet. Neben der Belichtung von
Norden über eine große Verglasung zur Vorhalle erhellt ein schmaler hochrechteckiger Fensterschlitz
den Innenraum von Süden her. Als Verglasung wurde eine Alarbasterscheibe gewählt. Mit
dem neu gestalteten, davor aufgestellten Kreuz ist es Sinnbild für die Auferstehung.

Geprägt wird der Neubau von dem steilen, mit naturroten Biberschwanzziegel gedeckten Dach.
Als verputzter Baukörper greift das Leichenhaus die örtliche Bautradition auch mit der Ausbildung
einfacher Details wie dem aufgemauerten Ortgang wieder auf und fügt sich so selbstverständlich
in den Bestand ein.

 

 

PFARRHAUS ST. GEORG

 

Unsere Idee war es, für den Neubau des Pfarrhauses in Schwabelweis einen einprägsamen, markanten Baukörper zu entwerfen, der seine öffentliche Nutzung als Pfarramt und Pfarrhaus zeigt.

Gemeinsam mit dem alten Feuerwehrhaus, der Schule und der barocken Pfarrkirche sollte ein zeichenhaftes Gebäude entstehen, das sich auch in das umgebende Wohnumfeld einfügt.

Es nimmt den Platz des 1911 errichteten Pfarrhauses ein. Nach einem langen Entscheidungsprozess entschied sich die Diözese Regensburg mit der örtlichen Kirchenverwaltung für einen Neubau, da sich dieser gegenüber einer Sanierung als wirtschaftlichere Lösung erwies. Es ist ein Gebäude entstanden, das nicht nur durch seine hochgedämmten monolithischen Ziegelwände, seine energiesparende Bauweise und die Nutzung des Grundwassers als Energieträger in die Zukunft weist, das neue Pfarrhaus ist ein Gebäude, das gerade durch seine strenge Organisation nachhaltig ist.

Der Grundriss wurde auf Grundlage einer Kreuzform entwickelt. Und dieses kreuzförmig angelegte innere Organisationssystem zeigt sich auch nach außen durch die vier Giebel.
Durch die strenge, einfache Anordnung der Räume im Inneren glauben wir, das gerade dadurch Veränderungen in der Zukunft leicht möglich sind.